Vortrag

Dodo (1907 - 1998)

Im Jahre 2012  wurden erstmalig die Werke der Berliner Künstlerin „Dodo“ in einer Ausstellung gezeigt. Ihre turbulente Biografie ging zwischen den Um- und Aufbrüchen des 20. Jahrhunderts verloren und war immer wieder von künstlerischen Neufindungen bestimmt worden. Als Dörte Clara Wolff geboren, wuchs Dodo in großbürgerlichen jüdischen Verhältnissen im Berlin der zwanziger Jahre auf, dem Schmelztiegel der Avantgarde. Sie begann zunächst als erfolgreiche Modeillustratorin, schuf dann bemerkenswerte Gouachen für die Satirezeitschrift „Ulk“, in denen sie in neusachlichem Stil das mondän-glamouröse Leben des modernen Großstädters entlarvte.
Sie selbst brach aus früher Ehe und Muttersein aus. Während ihrer Beziehung 1933 mit dem Schweizer Psychoanalytiker Gerhard Adler entstanden „unbewusste“, teilweise brutale Zeichnungen als Zeugnis intensiver Schuldgefühle und innerer Zerrissenheit. 1936 emigrierte Dodo nach London, wo sie bis an ihr Lebensende blieb. Hier festigte sich ihre private Situation, künstlerisch allerdings konnte sie nicht mehr an die Berliner Jahre anknüpfen. Ihre Arbeiten waren durch die Emigration in Vergessenheit geraten. Heute feiert man die Wiederentdeckung dieser selbstbestimmten und emanzipierten Künstlerin als Sensation.